top of page

Via Podiensis Etappe 8: Nasbinals Saint-Chely-D'Aubrac - Saint-Come-D'Olt | Erfahrungsbericht, Tipps & Highlights

Autorenbild: Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra
Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra
vor 56 Minuten
4 Min. Lesezeit

St.-Chely-D'Aubrac - St.-Come-D'Olt 17,5 Km

Die Etappe führt mich heute nach St. Come d' Olt. Ein Schild am Ortseingang weist dezent darauf hin, dass ich eines der schönsten Dörfer Frankreichs erreicht habe. Meiner Meinung nach gehören hier alle Dörfer zu den schönsten Frankreichs. Diese uralten Gemäuer, dieses mittelalterliche Ambiente. Das hat einfach so viel Charme, genau wie deren Einwohner.

Pilgern über eine UNESCO Weltkulturerbe-Brücke

So, neuer Tag, neues Pilgerglück. Über Nacht hat es aufgehört zu regnen. Das macht mich schonmal happy. Ich verlasse meine Gite und schlendere die Straße entlang. Schon bald erreiche ich den in einer Senke gelegenen Ortsausgang von Saint-Chely versehen mit einer weiteren romanischen Pilgerbrücke. Die »Pont de Pelèrin wurde 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und besteht aus zwei Bögen über das schmale Flüßchen Boralde. Leider habe ich es verpasst auch den zweiten Bogen samt dem markanten Kreuz in der Mitte aufzunehmen. Ein Grund nochmal wiederzukommen.


Pont de Pelerin in St.-Chely - Weltkulturerbe
Pont de Pelerin in St.-Chely - Weltkulturerbe

ADE mein schönes Aubrac!

Direkt nach der erwähnungswerten Brücke geht es zu meiner morgendlichen Erwärmung erstmal hundert Höhenmeter aufwärts. In den Wald. Am höchsten Punkt des Tages öffnet sich ein letzter Blick zurück auf Saint Chély, die Brücke und die Ausläufer des Aubrac. Dann ist der Ort schnell aus dem Blickfeld verschwunden


Blick vom Jakobsweg zurück auf St-Chely-D'Aubrac
Blick vom Jakobsweg zurück auf St-Chely-D'Aubrac

Hier und da tritt man auf ein, zwei Steinchen

Ich hatte ja befürchtet, dass nach der Sintflut von gestern heute die Wege in schlechtem Zustand sein würden, aber zu meiner Überraschung hat der Waldboden fast alles weggesaugt und man kann ordentlich laufen ohne zu rutschen. Gut, steinige Passagen gibt es auf der Podiensis immer wieder zwischendurch, habe mich schon dran gewöhnt. Nur manch andere Füße eben doch nicht. Es gibt schon einige Leute mit größeren Blessuren, aber da die meisten eh nur bis Conques gehen, das noch 3 Tagesetappen entfernt liegt, ist das Ende für sie absehbar: Man greift nochmal tief in die Pflastertasche und beißt auf die Zähne.



Nachdem der höchste Punkt schon so früh am Tag erreicht ist, geht es wieder bergab, stetig, etwa 500 Höhenmeter auf den nächsten 8 Kilometern. Es gibt immer wieder weite Ausblicke, noch mehr Weideland, und ab und zu tiefhängende Wolken, die sich nach und nach verziehen.


Die Wolken lösen sich auf
Die Wolken lösen sich auf

Saint-Come-D'Olt - ein schönes Dörfchen

Gegen Mittag mache ich ein gemütliches Päuschen, anschließend geht es noch über einen letzten Hügelrücken und dann liegt Côme d’Olt bereits vor mir. Ein hübsches Städtchen, total aus der Zeit gefallen, mit historischem Kern. Ich kann mir augenblicklich vorstellen, wie es hier vor Hunderten von Jahren zugegangen ist. Wenn die Franzosen Drehorte für eine neue mittelalterliche Serie suchen müssten - St. Come wäre nicht die schlechteste Wahl. Die Sonne guckt auch noch vorbei und lässt ein paar angenehme Strahlen da.

Zur Abwechslung komme ich mal relativ frisch an, deshalb habe ich auch noch Lust und Reserven, um den Ort zu entdecken. Gefällt mir sehr!




Église Saint-Côme-et-Saint-Damien
Église Saint-Côme-et-Saint-Damien

Wer hat am Kirchturm gedreht?

Ein architektonischer Hingucker ist der Kirchturm, dessen Baumeister sich nicht ganz an die üblichen Bauvorschriften gehalten hat, denn sein Spitze ist spiralförmig in sich verdreht. Zufall oder gewollt? Vielleicht hatte er zu tief und oft ins Weinglas geguckt? Rotwein war ja Getränk Nr. 1, als es vor Jahrhunderten noch kein sauberes Trinkwasser in den Städten gab. Ich weiß nicht, was ihn getrieben hat.

Auch das monumentale Eichentor ist besonders: Mit kunstvollen Schnitzereien verziert und mit exakt 365 handgeschmiedeten Eisennägeln beschlagen – einer für jeden Tag des Jahres.


8. Übernachtung:  Gite del Romio

Tolles altes Gebäude. Das Blogtitelfoto mit Blick über die Dächer ist aus dem Schlafsaal aufgenommen. Die Gite wird von einem großartigem Paar geführt. Gaetan kocht fantastisch (er steht schon in der Küche, als ich um 15.00 Uhr einchecke!) für insgesamt 21 Personen. Nach dem Essen erzählt er lange und viel über die Geschichte des Jakobsweges, und zwar auf Französisch und auf Englisch! Für mich megainteressant, dazu eine sympathische Runde, und schließlich singe ich das erste Mal dieses Jahr zusammen mit allen am Tisch auf Französisch Ultreia. Da kommt erstmals echtes Caminofeeling auf.



Fazit zur achten Etappe:

Eine relativ leichte Etappe. Ein Örtchen zum Verlieben. Großartiger Tag. Und großartige Nacht. 6 Personen im Dorm und niemand macht Geräusche! GROßARTIG!

Etappe 8 auf einen Blick

Start: St.-Chely-D'Aubrac

Ziel: St.-Come D'Olt

Entfernung: ca. 17,5 km

Höhenprofil: 370 Hm bergauf. 820 bergab.

Highlights: Pont de Pelèrin (Unesco WKE), St-Come D'Olt - eines der schönsten Dörfer Frankreichs

Der nächste Etappenstopp heißt für mich: Estaing. Wenn du Frau Pilgerhut weiter durch Frankreich begleiten willst, lies weiter im nächsten Beitrag.

Alle Kommot-Tracks unter meinen Beiträgen habe ich selbst mit meiner Garmin Fenix Uhr aufgenommen. Es handelt sich um Bruttozeiten vom Start bis manchmal weit nach der Ankunft, inklusive sämtlicher Pausen, Trödeleien und meiner Vergesslichkeit am Ende auf Stopp zu drücken. Sie sind nicht als Richtwerte für Gehzeiten zu verstehen.



← Tag 7:
← Tag 7:

Nasbinals - St-Chely-D'Aubrac

Unterwegs auf der Via P.

→ Tag 9:
→ Tag 9:

St.-Come-D'Olt - Estaing

Weiterpilgern auf der Via Podiensis

→ Du willst selbst los?
→ Du willst selbst los?

Mein Etappenplan für dich

→ Mein Via-Podiensis-Check
→ Mein Via-Podiensis-Check

Du möchtest wissen, ob die Via Podiensis zu dir passen könnte?


Kommentare


​

​

Kategorien

bottom of page