Pilgern auf der Via Gebennensis: Etappe 18 Montfalcon-en-Velay - Les Jeures
- Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra

- vor 2 Tagen
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Lies unten, was Frau Pilgerhut in Tence auffällt
Via Gebennensis - Tag 18 - Heute->Morgen->Übermorgen =Le-Puy
Die ersten Vulkankegel in der Ferne

Da sind sie. Heute sehe ich sie das erste Mal am Horizont aufploppen. In der Ferne zeichnen sich die ersten Vulkankegel der Region ab, die darauf hindeuten, dass es nicht mehr weit ist bis Le Puy. Mein Tagesziel heißt heute: Saint Jeures, ca. 40 Kilometer vor Le Puy gelegen.
Ich liebe diesen Tag, der Weg ist toll, das Wetter könnte nicht besser sein, mein Schritt ist leicht, mein Herz auch. Einmal verliere ich kurz den Weg, bemerke aber meinen Fehler recht schnell und kehre um. Nach gut der Hälfte der Strecke erreiche ich das Städtchen Tence, das mit 3000 Einwohnern wieder zu den größeren Orten am Weg gehört. Tence eignet sich auch gut als Übernachtungsort, aber in meine Aufteilung hat es nicht gepasst.
Die sichtbaren Überreste des Hochwassers in Tence
Durch Tence fließt der kleine Fluß Lignon, der später in die Loire mündet. Er hat sicher all das Wasser aufnehmen müssen, das den Berg heruntergerauscht ist und den Jakobsweg gestern so stark ausgewaschen hatte, was zu der Sperrung des Weges geführt hatte. In Tence sind die Schäden des Hochwassers an den Ufern noch sichtbar, ein Stück des Asphalts des Fußweges ist weggerissen, auf dem Tennisplatz liegt noch verschiedenes Treibgut und Zäune; die nächste Brücke über den Lignon ist gesperrt, weil noch nicht geräumte, angeschwemmte Baumstämme darauf liegen. Wenn man sich auf dem Bild anschaut, wie hoch die Brücke über dem Normalwasserstand gebaut wurde, kann man sich schon vorstellen wie gewaltig das Hochwasser gewesen sein muss, das hier in diesem Jahr durchgerauscht ist.
Hinter Tence treffe ich Elisabeth, die Wienerin wieder, die ich schon in Les Setoux kennengelernt hatte und wir gehen das letzte schöne Stück nach Saint-Jeures gemeinsam. Am Dorfbrunnen treffen wir auf Michel und die beiden zwei Französinnen, die ich in Les Setoux bereits vor der Kapelle kurz gesprochen hatte. Erfreut setzen wir uns dazu. Wie sich herausstellt schlafen Elisabeth und Michel heute unter demselben Dach wie ich, die französischen Pilgerinnen ziehen noch ein bisschen weiter. Wir drei schauen uns noch im Ort um, finden ein geöffnetes Café und auch eine regionale Metzgerei, die einen sehr guten Ruf genießt. Michel ist ganz begeistert und kauft sich dort ein paar Scheiben Schinken für s Baguette. Ich muss mich erst an die französischen Delikatess-Auslagen gewöhnen. Neben Schweinenasen und anderen schweinischen Körperteilen liegt dort auch ein komplettes Perlhuhn, zwar gerupft, aber mit Kopf und einer dekorativen Scheibe fetten Bauchspeck umgebunden. In Erwartung eines Käufers. Nein, ich falle da definitiv aus.

Aussicht auf stimmungsvolles Tagesende in Saint Jeures

Nach den obligatorischen Tätigkeiten, duschen, Wäsche waschen und einem üppigen gemeinsamen Abendessen ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück. Die Sonne zaubert mir einen fantastischen Untergang vor s Fenster auf den ein klarer Nachthimmel folgt. Die Sterne funkeln tausendfach. Ich habe lange keinen so tollen Sternenhimmel mehr gesehen, aber ich befinde mich ja in einer Gegend ohne Großstädte drumherum - das macht den Unterschied. Da kann man den Himmel tatsächlich ganz anders wahrnehmen.
18. Übernachtung: Gite Le Fougal
Die Herberge ist super und empfehlenswert. Martine und Jean- Pierre, unsere Gastgeber, sind großartig und herzlich. Ist das Wetter gut wie heute, kann man sich im Garten entspannen und auf der Liege sonnen. Ich habe ein Einzelzimmer mit tollem Ausblick erwischt. Übernachtung mit Abendessen und Frühstück im Wohnzimmer der Gastgeber für ca. 50 Euro.
Der nächste Etappenstopp heißt für mich: Saint-Julien de Chapteuil
Wenn du Frau Pilgerhut weiter durch Frankreich begleiten willst, lies die Fortsetzung im nächsten Beitrag.
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