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6. Pilgerforum Nürnberg 2026:

Autorenbild: Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra
Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra
vor 50 Minuten
5 Min. Lesezeit

Auf geht's! Caminoflashbacks, Begegnungen und jede Menge Input


Ankündigung des Pilgerforums im Vorraum von St. Jakob hinter Glas, Reflexionen inklusive
Ankündigung des Pilgerforums im Vorraum von St. Jakob hinter Glas, Reflexionen inklusive

Manche Tage sind einfach rund. Wie vom Wasser geschliffene Kieselsteine. Und warm. Wie Sonnenstrahlen auf der Haut. Das 6. Pilgerforum in Nürnberg war für mich genau so ein Tag. Auch wenn ich die Sonne an diesem Samstag kaum zu Gesicht bekam und vorsichtshalber schichtenweise eingepackt war, kam so vieles zusammen, was mein Pilgerherz höherschlagen ließ.

Und ich wage mich jetzt mal ziemlich weit aus dem Fenster: Es war für mich persönlich das bisher schönste Pilgerforum.

Dabei hatte ich durchaus schon einige schöne Messeerlebnisse im Gepäck. Aber dieser Samstag im Oktober hielt eine ziemlich krasse Mischung aus Wiedersehen, intensivem Austausch, Inspiration, und einer ordentlichen Portion Camino-Emotion bereit.

Wenn ich jetzt wieder das Adjektiv „magisch“ benutze, denken einige vermutlich: Jaja, jetzt übertreibt sie wieder! Aber erstens übertreibe ich nur sehr selten. Und zweitens ist meine Begeisterung echt.


Ein Vorabend mit Tiefgang und Humor



Das Pilgerforum begann für mich eigentlich schon am Vorabend mit dem außergewöhnlichen Gespräch von Michael Kaminski mit Pierre Stutz, (Autor und Wahl-Osnabrücker aus der Schweiz) von dem ich bis dato noch nicht gehört hatte. Humorvoll, tiefsinnig, spirituell und mit jeder Menge Denkanstößen. Eine Mischung, die mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Dabei ging es weniger um das Unterwegssein auf äußeren Wegen, als um die inneren Wege, die wir im Leben zurücklegen – und um die Menschen, die uns dabei begleiten und prägen. Für ihn waren es Mystiker und Mystikerinnen, denen er viel Zeit und anschließend ein Buch gewidmet hat.

Manchmal braucht es eben einen Impuls von außen, um eigene Gedanken wieder ein wenig in Bewegung zu bringen. Und manchmal darf man dabei auch herzlich lachen. Beides zusammen ist ohnehin eine ziemlich gute Kombination.


Ruhe vor dem Sturm


Am Samstag ging es für mich kurz nach acht Uhr mit dem Standaufbau und den letzten Vorbereitungen los. Die Fotos sind in dieser noch angenehm überschaubaren Phase entstanden. Später, als sich die Besucher durch die Räumlichkeiten bewegten und an meinem Stand ordentlich Betrieb herrschte, war an Fotografieren nicht mehr zu denken.

Die Ruhe vor dem Sturm also. Wobei ich gegen diese Art von Sturm an diesem Tag absolut nichts einzuwenden hatte.


Ein Stand vor Beginn des Forums
Ein Stand vor Beginn des Forums

Sternpilgern & Pilgersegen


Für die ersten Pilgerinteressierten begann der Tag bereits um halb neun mit dem Sternpilgern nach St. Jakob. Kurz vor elf Uhr trafen die Gruppen dort ein, um beim offiziellen Auftakt des Forums dabei zu sein.

Pfarrer Schott ist übrigens eine besonders humorige Marke seiner Gattung – mit einer ordentlichen Portion Comedian im Gepäck. Nach dem Gottesdienst segnete er nicht nur die Pilgerinnen und Pilger, sondern auch deren vierbeinige Begleiter. Damit dürfte nun endgültig allen Zweiflern klar gemacht worden sein: Pilgerhunde gehören ebenfalls zur Weggemeinschaft.


Zehn Vorträge, viele Impulse und ein voller Messetag



Ab 12:30 Uhr nahm das Rahmenprogramm Fahrt auf. Das Programm des Pilgerforums hatte einiges zu bieten. Die zehn Vorträge an zwei verschiedenen Orten deckten eine große Bandbreite an Themen ab und lieferten reichlich Stoff zum Nachdenken und Weiterdenken. Auch an den Informationsständen zu regionalen und überregionalen und europaweiten Pilgerwegen, verschiedenen organisierten Jakobusgesellschaften, besonderem Pilgerbedarf und Unterstützungsangeboten zu diversen Themen (z.B. Pilgerbegleitung) herrschte reger Betrieb.



Ich hätte mich schon auch gerne geteilt, um noch mehr von anderen Angeboten mitzubekommen. Leider ist das mit der körperlichen Vervielfältigung bislang noch nicht zufriedenstellend gelöst.

Zeit für ausgedehnte Teepausen oder ausschweifende Besuche bei anderen Ausstellern war jedenfalls leider wieder Fehlanzeige. Ich lerne das einfach nicht! Immerhin gelang es mir dank meiner freundlichen Standnachbarn, zwischendurch etwas zu essen. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Und mein leerer Magen ist bekanntlich kein guter Gesprächspartner, maximal ein lauter.


Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit alten Pilger-Camino-Nasen, die extra nach Nürnberg gekommen waren, um mich zu treffen. Wie schön ist das bitte?

Menschen, mit denen ich Wegstrecken, Erlebnisse und Geschichten verbinde, die sich außerhalb des Pilgerkosmos vermutlich nur schwer erklären lassen. Ich finde das jedes Mal wieder bemerkenswert: Man sieht sich, schaut sich in die Augen und ist gedanklich schneller wieder irgendwo zwischen Zentralmassiv, Pyrenäen, Meseta und galicischen Wäldern, als man „Buen Camino“ sagen kann.

Ich finde so schön an diesen Begegnungen, dass man oft nahtlos dort anknüpfen kann, wo man sich irgendwann verabschiedet hat. Selbst wenn dazwischen einige Jahre und reichlich Kilometer liegen.

Dazu kamen viele neue Kontakte und offene, herzliche Gespräche. Immer wieder dieses besondere Gefühl, dass man sich unter Pilgerinnen und Pilgern erstaunlich wenig erklären muss.

Pilgerstein Nr. 1000 macht sich auf den Weg

Ein ganz besonderes Highlight war für mich das Feedback zu meinen selbst bemalten Pilgersteinen. Mittlerweile haben schon viele Hundert dieser kleinen Wegbegleiter meine Hände verlassen und sind an ganz unterschiedlichen Orten auf Pilgerwegen (oder woanders) gelandet.

Umso schöner war es, Menschen zu treffen, die meine Steine bereits kannten, schon einen mitgenommen hatten oder sich neu für die Idee begeisterten. Es wurde geschaut, erzählt, gefragt und natürlich auch der eine oder andere Stein ausgesucht. In Nürnberg gab es sogar ein kleines Jubiläum:


Pilgerstein Nummer 1000 hat sich auf den Weg gemacht!

Das ist für mich schon eine ziemlich beeindruckende Zahl. Schließlich steckt in jedem einzelnen Stein Zeit, Farbe, Kreativität und die Hoffnung, jemandem unterwegs eine kleine Freude zu machen.

Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die eine große Bedeutung bekommen. Ein bemalter Stein kann Mut machen, Trost spenden oder einfach daran erinnern, dass man seinen Weg im eigenen Tempo und auf die eigene Weise gehen darf.

Dass meine Pilgersteine inzwischen einen gewissen Bekanntheitsgrad im Pilgerkosmos erreicht haben, macht mich ziemlich glücklich. Und ein bisschen stolz. Ich finde, das darf ich an dieser Stelle ruhig mal zugeben.


Podcastfolge 162 – endlich das Gesicht zur Stimme



Auch mein Buch „Komm mit mir nach Santiago“, mein aktueller Pilgerblog zur Gebennensis und Podiensis und die ziemlich frisch erschienene Podcastfolge 162 sorgten für Gesprächsstoff.

Besonders amüsant fand ich, dass ich mehrfach auf die Podcastfolge, die auf Initiative des Camino-Podcasts zustande kam, angesprochen wurde. Man wollte offenbar das Gesicht zur Stimme sehen. Verständlich. Ich war schließlich selbst neugierig genug, bei der einen oder anderen Gelegenheit genau das zu wollen, obwohl es ja möglich ist diesen Podcast auch zu anzuschauen.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn Menschen nicht einfach zufällig am Stand vorbeikommen, sondern tatsächlich wissen, wer man ist und was man macht. Wenn aus einem gehörten Podcast, einem gelesenen Blogbeitrag oder einem Buch ein persönliches Gespräch wird aus dem sich so viel mehr entwickeln kann.

Die digitale Welt ist eben doch nur die halbe Miete. Ein echtes Gegenüber, ein Lächeln und ein bisschen gemeinsames Camino-Gefühl sind durch nichts zu ersetzen.


Mit vollem Herzen und neuen Ideen nach Hause

Was bleibt von diesem Messetag?

Viele Gespräche. Neue Kontakte. Wunderbares Feedback zu meinen Pilgersteinen, meinem Buch und meinem Blog. Und vor allem jede Menge neue Impulse. Ich bin mit Ideen nach Hause gefahren, die in meinem Kopf bereits erste kleine Runden drehen. Einige davon werden vermutlich noch ein bisschen reifen müssen. Andere möchten vielleicht schon bald in die Tat umgesetzt werden.

Die Begegnungen haben mir einmal mehr gezeigt, wie lebendig und vielfältig die Pilgergemeinschaft ist. Und wie schön es ist, Teil dieses besonderen Kosmos zu sein.

Nach der Messe war ich energietechnisch zwar ziemlich erledigt, aber vor allem erfüllt. So richtig.




Mein persönliches Fazit: Das 6. Pilgerforum Nürnberg 2026 war für mich das bisher schönste seiner Art. Ein Tag, der noch lange nachklingt und die Vorfreude auf alles weckt, was im Pilgerhut-Kosmos als Nächstes entstehen darf.

DANKE an alle, die vorbeigeschaut, erzählt, zugehört, gelacht, einen Stein ausgesucht oder einfach ein Stück Camino mit mir geteilt haben.

Man sieht sich auf dem Weg. Oder spätestens auf der nächsten Pilgermesse. Das ist die für mich am 20. Februar 2027 in Hamburg!

Bis dahin: Buen Camino! Oder wie der Franzose zu sagen pflegt: Bon chemin!



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Die Frau (unterm) Pilgerhut:

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Autorin | Pilgerin | Pilgersteinmalerin | Hobbyfotografin |

4 Jakobswege = 2400km

​Fast genauso viele Begegnungen

Buen Camino!

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