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 Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra

Bayerisch Schwäbischer Jakobsweg 

Etappe 10:  Von Siebnach  nach Bad Wörishofen 22 km

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Dienstag, 29.06.21

Bedeckter Himmel - ein Glück

Es hat über Nacht ein wenig geregnet und ist merklich abgekühlt. Die Luft ist frisch und die Bedingungen zum Laufen sind heute gut. Ich bin froh, dass keine Sonne weit und breit zu sehen ist. Auf dem ersten Kilometer nach Siebnach fängt es an zu nieseln und ich bin hin und hergerissen meinen Poncho anzuziehen.  Ich riskiere es und laufe ohne weiter, denn wie ich schon in einer früheren Etappe beschrieben, will alleiniges Poncho-anziehen im Regen geübt sein. Es ist die richtige Entscheidung, nach ca. 20 Minuten hört es wieder auf.

 Die Beine sind erstaunlich gut, ich habe zwar leichten Muskelkater, aber kann gut gehen. Die Füße sind auch noch schick und blasenfrei und haben mir ja auch im letzten Jahr keine Probleme gemacht, Hirschtalg sei Dank.​ Wer sagt es denn, an Tag 3 sitzt der Rucksack zwar nicht wie angegossen und meine Schultern tun immer noch weh, aber  wir haben uns wieder an unsere gegenseitige Präsenz gewöhnt und nähern uns an. Beim Packen war ich diesmal jedenfalls aufmerksam.

Zu viel Werkzeug in der Tasche

Ich laufe durch den Ort Siebnach. Die einzigen Menschen, die ich sehe sind drei Dachdecker, die auf einem nicht allzu hohen Satteldach zu meiner rechten arbeiten. Meine Herren!  Einer von ihnen kniet mit dem Rücken zu mir und präsentiert mir sein fast blankes, etwas speckiges Hinterteil mit enormer Ritze, weil die Arbeitshose und alles was eventuell drunter wäre, vom Werkzeug in der Tasche Richtung Knie gezogen werden.  Der Gute hat in der morgendlichen Eile wohl vergessen einen Gürtel umzuschnallen. Oder es nicht für nötig gehalten, weil es hier sonst nie Hinterngaffer gibt. Keine Ahnung.  Mich juckt es in den Fingern ein Katastrophenfoto zu machen, aber ich traue mich dann doch nicht, weil ich das Handy nicht griffbereit habe und die anderen beiden mich bemerken würden, wenn ich jetzt stehenbliebe und kramte.

Ich bin nicht sicher, ob ich schneller rennen würde als sie….

Hinter dem Dorf macht der Weg ein paar Schlenker und führt dann Richtung Wertach, dem Flüsschen, dem ich auch schon vorgestern gefolgt bin. Hier wird es kurz unangenehm. Ich stapfe durch kniehohe, taunasse Wiese und merke erst nach einer ganzen Weile , dass es nicht mehr richtig sein kann und es auch nicht mehr weiter geht, weil ein flott fließender Bach, der nicht wie die Wertach aussieht, mir plötzlich den Weg abschneidet . Komisch.​ Blick auf Komoot.   Ich gehe doch in die richtige Richtung!

Hier führt der Weg entlang

Hier bin ich falsch weitergelaufen

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Hilft nix – ich muss zurück durchs nasse Feld. Nach rund 400 Metern Rückmarsch blitzt es plötzlich aus dem Blätterdschungel: ein Jakobswegzeichen. Natürlich. Genau da, wo ich vorher sehr konzentriert nicht hingeschaut habe.

Der Weg zweigt links ab, führt erneut durchs kniehohe Grün, das sich den Pfad entschlossen zurückerobert hat. Zum Glück nur für etwa 30 Meter – dann lande ich auf einem ordentlichen Weg und kurz darauf auf einer Brücke über ein inzwischen ziemlich wild gewordenes Bächlein. Jetzt stimmt alles wieder: Wertach links, breiter Weg unter den Füßen, Orientierung zurück im Kopf. Unterm Strich: mindestens 700 Extrameter. Gratis. Ohne Nachfrage.

Aber so ist das eben beim Pilgern – manchmal muss man Umwege gehen oder sogar zurücklaufen, um zu merken, wo es eigentlich langgeht.

Danach folge ich der Wertach, links und rechts des Weges Bäume, angenehmer Schatten. Die Sonne ist zurück, aber gnädig: warm, nicht brütend. 

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Ich komme an mehreren Wehren und diesen Staustufen vorbei. Kurz vor Türkheim mache ich den ersten kurzen Halt an einem grünen See. Bis hierher hatte ich die Natur wieder ganz für mich allein.

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Ohne Pausenbank

Ich wandere immer Richtung Süden, vorbei an Türkheim, unterquere schließlich eine Bahnstrecke und anschließend die A96 , die mit ihrem Motorenlärm schon von weitem durch die freundliche Ruhe der Natur schneidet.

Ich freue mich schon auf den Irsingener See und sehe mich innerlich bereits auf einer Bank am Ufer sitzen, mit Seeblick, Brotzeit und Pilgerromantik. Perfekt für die große Pause des Tages. Aber: Pustekuchen.
Die Wertach zeigt sich hier vor allem von ihrer technischen Seite. Wehre, Kraftwerke – und der See entpuppt sich als Stausee. Anders als noch in Bobingen bekomme ich ihn diesmal nicht mal zu Gesicht. Ein höherer Damm versperrt konsequent jede Aussicht.

Unten am Damm steht ein wenig einladendes Schild, das unmissverständlich klarstellt, dass romantische Seephantasien hier keinen Zutritt haben. Pause vertagt.

Entsprechend groß ist der Frust. Bei Tageskilometer 15 hätte ich mir genau hier eine schattige Bank mit Seeblick gewünscht. Stattdessen: keine Bank. Nicht mal eine ohne Aussicht. Hinter dem geschlossenen Segelclub setze ich mich trotzig in die Wiese, parke mich mittig auf dem Rucksack unter ein paar Sträuchern und erkläre das zur offiziellen Pause: Eincremen, Magnesium direkt unter die Zunge, Essen, viel Trinken.

Der Himmel strahlt makellos blau, nur ganz weit weg treiben ein paar harmlose Wölkchen. Für den Abend sind Gewitter angesagt – egal, da sitze ich hoffentlich schon, etwas gemütlicher als hier, beim Fußballgucken.

Gebucht ist für heute das pilgerfreundliche Kneipp-Kurhotel St. Josef in Bad Wörishofen. Sonderpilgerpreis: 45 Euro inklusive Frühstück. Betrieben von Mallersdorfer Schwestern, hauptsächlich für Kurgäste gedacht – und mit Schwimmbad. Meinen Badeanzug habe ich genau dafür eingepackt.  Bei der Buchung war mir allerdings noch nicht klar, dass Schwimmen eventuell mit einem EM-Spiel der Deutschen kollidieren könnte. Tragischer Zielkonflikt.

Nach einer Viertelstunde richte ich mich wieder auf, stapfe los, schnurgerade über eine asphaltierte Straße zwischen Feldern. Die Sonne meint es auch heute wieder ausgesprochen gut mit mir. Etwa eineinhalb Kilometer später flüstert mir ein schattiges Rastplätzchen zu: "Ich weiß, ich bin zu spät dran, aber, bleib doch kurz." Ich gehorche. Ein paar Schlucke aus der letzten Flasche. Laut App sind es noch rund fünf Kilometer bis Bad Wörishofen. 

Die Farben des Sommers

Nach einer Linkskurve, die  an einem Wäldchen entlang führt, finde ich rechter Hand ein paar schöne Fotomotive in einem goldfarbenen Weizenfeld.  Das Licht lässt die  Blumen leuchten. Ich liebe diese Farbkontraste.

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Am Ende des Wäldchens mündet der Jakobsweg auf eine recht  frequentierte Straße. Die Zivilisation hat mich wieder. Die Ausläufer von Bad Wörishofen liegen nun vor mir, aber ich schätze ich brauche trotzdem noch ein Stündchen bis ins Zentrum.​ Etwas irritiert stelle ich fest, dass die Muschelschilder nicht parallel zur Straße auf einen Fußweg, sondern direkt auf die Landstraße weisen. Das erste Mal seit Oettingen, dass ich mir die Fahrbahn mit den Autos teilen muss, die hier mit mindestens 60 Stundenkilometer an mir vorbeirauschen. Unangenehm. Ich werde zwar nicht permanent, aber schon häufiger und mit hoher Geschwindigkeit von hinten überholt, ohne ausweichen zu können.

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Das Unwetter naht schneller als ich

Außerdem hat es sich rasant zugezogen. Seit ungefähr zehn Minuten ist die Sonne weg und der Wind hat ordentlich aufgefrischt. Ich marschiere im Stechschritt zum Ende der Straße, bis ich endlich auf einen Bürgersteig treffe. 

Auweiha. Das dauert nicht bis zum Abend, bis das Unwetter losbricht.​ Mir wird schlagartig klar, dass ich jetzt, zwei Kilometer vor dem Ziel, die Beine in die Hand nehmen muss, um noch vor dem Unwetter trocken im Kurhotel anzukommen. Ich bin nach 20 Kilometern in den Knochen aber schon ziemlich am Anschlag,​ hetze weiter Richtung Zentrum, entlang des Wörthbachs. Der Himmel hat bereits auf Nachtmodus umgestellt, der Wind schüttelt wütend die Sträucher und zwingt die Äste der Bäume zum biegen. Ich weiß, dass es jetzt gleich so richtig losbrechen wird. Die Leute eilen nach Hause, Sonnenschirme werden eingeklappt, die Gartenmöbel gesichert. Es blitzt. Es kracht. Der erste Donner, sehr nahe am Blitz. Ich bewege mich im Laufschritt durch die Innenstadt, die Stöcke in einer Hand wie eine Biathletin, direkt nach dem Schießen, wenn Sie zurück in die Loipe geht.  

Wo ist das blöde Hotel? ​Ich scanne die Umgebung nach Wegweisern. Noch 400 Meter. Ah, die Treppen hoch und einen schmalen Fußweg entlang. Bergauf. Normal. Am Ende stehe ich atemlos vor einer Straße. Auf der gegenüberliegenden Seite ein Schild: „Kneipp Kurhaus St. Josef“, dahinter, leicht zurückversetzt, ein Riesengebäude. Ich laufe ohne zu gucken über die Straße, in den großen Innenhof, bis zum überdachten Eingangsbereich.​ Mein Puls hämmert gnadenlos bis in meine Ohren, wie ein Oldtimergetriebe. Ich bin total am Ende, reiße mir den Rucksack vom Rücken und lasse mich augenblicklich auf die Treppenstufen sinken.

Neben mir stehen drei schnatternde Kurgäste, Endfünfzigerinnen, die meinen Auftritt beobachtet haben. Die eine erkundigt sich augenblicklich, ob ich unterzuckert wäre und Hilfe bräuchte.

"Nein, mir geht es gut", erwidere ich nicht überzeugend. Ich möchte jetzt keine ellenlangen Erklärungen abgeben, aber da sie zweifelnd gucken, füge ich nach einer Pause hinzu: „Ich bin gerade 22 Kilometer gegangen und hatte Angst es nicht mehr rechtzeitig vor dem Gewitter hierher zu schaffen. Kleiner, harter Endspurt“.

Sie nicken. Ich glaube aber, dass sie nicht mal ansatzweise verstehen, welche Strapaze das gerade für mich bedeutet.​ 

Im nächsten Moment geht es los. Der Himmel öffnet seine Schleusen und es blitzt, donnert und stürmt, als wäre der Himmel eine echte Dramaqueen mit Aufmerksamkeitsdefizit. Was für eine absolute Punktlandung. Ich setze den Rucksack wieder auf und humple hinein. Die junge Frau an der Rezeption hat, so wie sie mich anschaut, noch nie eine Pilgerin gesehen. Oder liegt es daran, wie fertig ich aussehe? Ich melde mich an und frage, ob ich nicht noch das Abendessen nachträglich dazu buchen kann. Bei dem Wetter möchte ich nicht mehr zurück in die Stadt gehen, um auswärts zu essen, wie ich ursprünglich vorhatte. 

"Oh, das mit dem Essen ist schwierig", schaltet sich ihre Kollegin ein. Sie können das erst klären, wenn jemand in der Küche ist. Also gegen halb sechs. Für das Essen um sechs Uhr. Ich werde dann auf dem Zimmer über das Haustelefon informiert , ob es noch klappt.

​Was? Einen Pilger mehr kriegen sie nicht satt? So knapp wird hier kalkuliert? 

Um den Übernachtungspilgertarif zu bekommen, muss ich nicht nur den Pilgerpass vorzeigen, sondern er wird für die Geschäftsleitung gleich 2 x kopiert. Wie bitte? Das habe ich noch nie erlebt. In einem nonnengeführten Haus traut man nicht den Aussagen der Pilgergäste, bzw. den Buchungen der Rezeptionistinnen? Ich frage, wann denn das letzte Mal ein Pilger hier übernachtet hat? Sie können sich nicht erinnern, in diesem Jahr sicher nicht. Ich frage, ob sie einen Pilgerstempel haben. Ja, aber sie müssen ihn erstmal suchen. 

Ein wenig enttäuschend, der Empfang in diesem Haus. Zu den Wurzeln des Ordens - im ursprünglichen Sinn - gehören das Ablegen eines Armutsgelübdes und ein karitatives Handeln. Das passt für mich nicht. Gerade hier ist die Reserviertheit gegenüber Pilgern größer, als überall sonst, wo ich bisher übernachtet habe?

Statt der Zusage für das Abendessen, bekomme das Angebot um 16.15 Uhr an der Hausführung teilzunehmen. Sehe ich so aus, als bräuchte ich gerade eine Hausführung? Ich brauche einen Stuhl, ein Fußbad und was zu essen.

Im Zimmer lasse ich mich erstmal in den Sessel fallen und schäle mich aus meinen Schuhen und nassen Socken. ​Am dicken Zeh zeigt sich eine Blase, seitlich am Ballen. Trotz Hirschtalg. Meine erste. Noch nicht schlimm, aber trotzdem auch nicht gut. Die habe ich mir in den letzten 20 Minuten des Tages gelaufen. Ohne Sturm wäre das nicht passiert.

Da klingelt  auch schon das Haustelefon. Jupp, ich darf tatsächlich mitessen.

Anpfiff, Essen & Nürnberg

Pünktlich um 18.00 Uhr sitze ich im Speisesaal, just in dem Moment, in dem das EM-Deutschlandspiel angepfiffen wird. Mein Plan ist bescheiden: maximal die ersten fünfzehn Minuten verpassen.
Was ich nicht wusste: Es gibt kein Buffet. Stattdessen wird serviert. Am Platz. In Gängen. Vorspeise, Hauptgang, Dessert.
Meine Tischnachbarn eröffnen das Gespräch mit der Information, dass man hier sehr langsam arbeite und das Essen selten unter einer Stunde erledigt sei. Grandios.
Ich verabschiede mich innerlich von der ersten Halbzeit. Mein Hunger ist größer als meine Müdigkeit – und deutlich größer als mein Nationalstolz.

Die Vorspeise: ein kleiner Beilagensalat mit Croutons. Er ist schnell gegessen.
Meine Tischnachbarn, ein Ehepaar Anfang siebzig aus München, kommen ins Erzählen. Die Dame erklärt mit felsenfester Überzeugung, dass das heutige Spiel in Nürnberg stattfinde. Das hätten ihr mehrere andere Kurgäste am Nachmittag bestätigt. Ihr Mann wagt einen Einwand und bringt vorsichtig Wembley als Austragungsort ins Spiel. Sie widerspricht ihm entrüstet. Der bereits fragile Gesprächsrahmen wird endgültig gesprengt, als ich mich als Drittperson in die Debatte einschalte und einwerfe, dass in Deutschland ausschließlich in München gespielt werde und überhaupt nicht in Nürnberg. Die Expertin bleibt dabei: Das Spiel findet heute in Nürnberg statt. Erst verstummt er, dann verstumme auch ich. Zwecklos.

Don Quichote tut mir leid. Ich stelle mir vor, dass dieser Mann fast sein ganzes Leben mit dieser eklatanten Besserwisserin verheiratet ist – und wie viele erfolglose Diskussionen dieser Art er wohl schon gegen seine ganz persönliche Windmühlenfrau geführt hat.

Themawechsel. Ich erzähle von meiner Jakobsweg-Pilgertour. Die Frau fragt nach meinen weiteren Plänen, und plötzlich stellt sich heraus, dass die beiden vor fünfzehn Jahren von München mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela gefahren sind. Während sie erzählen, blühen sie auf. Sie lachen, erinnern sich, werfen sich freundliche Blicke zu. Vergessen ist der Diskurs.
Der Mann sagt, mir zugewandt: „Ja, so ein Erlebnis verändert einen für immer".

Der Hauptgang wird aufgetragen. Auf meinem Teller liegt eine Minivogelnestchen Spaghetti und ein noch kleineres Stückchen Fleisch.  Der Mann blickt auf seinen Teller und sagt: „Da werde ich heute Abend wieder nicht satt“.​ Er wird mir immer sympathischer.  Der Hauptgang benötigt also ebenfalls nicht viel Zeit vom Teller zu verschwinden. Fußballinteressierte Kurgäste an den Nebentischen verlangen lautstark den Nachtisch sofort aufzutragen, um ihn mit aufs Zimmer nehmen zu können. Gute Idee. Tatsächlich werden ihre Forderungen erhört und für alle umgesetzt.

Ich schnappe mir meinen Nachtisch und bin praktisch zum Pausenpfiff zurück im Zimmer. Verpasst hab ich nicht viel. Es steht 0:0. ​​ Wie wir alle wissen endet das Spiel im Wembleystadion in Nürnberg 0:1 aus deutscher Sicht. Jogis Recken waren so chancenlos, wie der Mann an meinem Tisch verbal gegen seine Frau. Ein enttäuschendes Spiel. Wie das Essen.

​Da wär ich wohl mal besser schwimmen gegangen, aber jetzt hat das Schwimmbad leider zu.

Seine Ziele kennen

Vielleicht hätte ich mir vorher besser überlegen sollen, was  meine oberste Priorität für diesen Abend gewesen war und für welche ich mich entscheide. Essen? Fußball? Schwimmen?  Was sagt der gute Konfuzius nochmal zum Thema Entscheidungen?

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.

Ziele zu finden war schon immer schwierig für mich und meine Ruhe finde ich, jedenfalls in dieser Nacht, auch nicht. Aber zumindest bin ich am nächsten Morgen sicher, dass ich noch eine Menge Entscheidungen verbessern kann, 

als ich um 7.30 Uhr wieder im Frühstückssaal sitze. An meinem Platz finde ich die Rechnung von gestern Abend. 17,90 Euro für das "Pilgermenue" zuzüglich fünf Euro für das Getränk. Wenn ich wenigstens satt geworden wäre ...

Mir fehlt hier einfach komplett der Pilgergeist. Oder, wem das zu hoch gegriffen ist, zumindest ein wenig Herzlichkeit und Interesse. Es gibt in Wörishofen noch einige andere als pilgerfreundlich ausgewiesene Anlaufstellen, die vielleicht auch zentraler am Weg liegen.​ Falls es einen nächsten Besuch geben sollte, werde ich eine andere Unterkunft vorziehen. Diese Entscheidung steht felsenfest.

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