Die wahrscheinlich häufigsten Wörter, die ich in den ersten zwei wochen meines Caminos benutzt und gleichfalls auch gehört habe waren wahrscheinlich nicht, hallo,, wie geht s? wie heisst du? essen oder schlafen oder irgendwelche hilfswörter sondern schlicht und ergreifend der gute Wunsch für die Mitpilger "buon Camino". Jedesmal wenn du einen Pilger unterwegs getroffen hast hast du es ausgesprochen und jedesmal, wenn mich ein Pilger unterwegs überholt hat  - was häufig vorkam - wünschte man sich diese beiden Wörter in einer absoluten Heiterkeit und einem unverwechselbaren Singsang den jeder zu imitieren in der Lage war.  Hatte man den Wünscher bei der nächsten Pause überholt wünschete man es wieder. Ohne zu übertreiben habe jeden Tag wahrscheinlich weit über 100 Mal Buon Camino gewünscht und weit über 100 Mal Buon Camino gehört. In den ersten Tagen gab es niemand, der sich von den Wünschen ausgeschlossen hat. Später, wurde der Gruuß dann auch schon mal durch ein Winken mit der Hand ersetzt und viel später gab es auch einige, die das Grüßen einstellten. Nicht aus Unhöflichkeit, aber vielleicht einfach auch um mal zwischendurch allein mit sich und sienen Gedanken zu sein, ohne ständig durch das freundliche Grüßen gestört zu werden. Denn los war im Mai 2022 eine ganze Menge auf dem Camino. In der Camino Frances Facebookgruppe lasich von einer deutschen Hospitalera, dass es Anfang Mai noch nie so voll auf dem Camino gewesen sei und dieser Umstand ist natürlich den beiden vorausgegangenen Pandemiejahren geschuldet und der Verlängerung des heiligen Jahres ins Jahr 2022. Nicht unbedingt überraschend, dass alle Pilger weltweit schon zwei Jahre lang auf ihrem gepackten Rucksack saßen und nur darauf warteten, dass das reisen nach Spanien wieder möglich wurde.