Bayerisch Schwäbischer Jakobsweg 

Etappe 14    Wiggensbach - Altusried 9,1 km

Pilgern unter einem Hut - Unterwegs mit Sandra

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02. November 2021

Wiggensbach – Altusried

Wetteraussichten: eher Rostgefahr als Sonnenbrand

Ein versöhnlicher Tagesbeginn

Erstaunlicherweise bin ich schon vor dem Wecker wach. Das kommt nicht allzu häufig vor.  Ich ziehe die Vorhänge zurück, blicke aus dem Parterrefenster in den Garten und bin begeistert. Es ist schon hell draußen. Die Sonne steht ebenfalls gerade auf und der Himmel ist strahlendblau. Kein Vergleich zu gestern. Das macht direkt Lust baldmöglichst aufzubrechen.

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Frühstück im Wohnzimmer, Pilgerstempel im Schrank

Sämtliche Klamotten sind über Nacht getrocknet und wieder anziehbereit. Was will pilger mehr?

Wir packen unser Zeug zusammen, und ich achte diesmal darauf auch die Jacke und Schuhe  in einen wasserdichten Sack zu verstauen, denn laut Wettervorhersage könnte uns im Verlauf der nächsten Stunden wieder schlechteres Wetter drohen. Dann gehen wir hinauf in die erste Etage. Dort wohnen unsere Gastgeber, welche ihre Pilgergäste zum frühstücken am Esstisch in ihrem Wohnzimmer empfangen.  In der Hand halte ich meinen Pilgerpass, denn das Haus beherbergt auch einen eigenen Pilgerstempel, den ich nun in meinen Pass gedrückt bekomme.

Uns erwartet ein liebevoll gedeckter Tisch und ein üppiges Frühstück mit allem was dazugehört. Von zahlreichen Fotos auf der Fensterbank schauen die lächelnden Nachkommen des Ehepaares uns beim Essen über die Schulter. Unwillkürlich muss ich an die winkenden, magischen Portraitbilder bei Harry Potter denken. Ich schaue nochmals hin. Nein, diese hier bewegen sich nicht.

Marianne ist sehr um das Wohl ihrer Gäste besorgt. Sie vermietet ihre beiden Doppelzimmer mit Bad und Küchenzeile zwar nicht ausschließlich, aber doch schon seit Jahren vorrangig an Pilger. Dementsprechend kann sie auch viele Geschichten von ihren Übernachtungsgästen erzählen.

So berichtet sie auch von einem älteren Herrn mit Diabetes, aber ohne viel Gepäck und Wechselwäsche, der in diesem Sommer nach Santiago unterwegs gewesen war.  101 Tage später sei er dort angekommen.  Darüber hat er die Seelos' von dort per Ansichtskarte informiert. Die Beiden haben sich darüber total gefreut.

Es bestätigt mal wieder, was eigentlich jeder weiß, aber dem kaum jemand genug Beachtung schenkt:

Es sind die kleinen Gesten im Leben ,die eine große Wirkung hervorrufen können.

Nur eine "halbe" Tagesetappe 

Heute steht für uns nur eine Kurzetappe nach Altusried an, die die Lücke zu Etappe 13 schließt, die ich im Juli ja eigentlich in Wiggensbach hätte beenden wollen, aber aus Mangel an Übernachtungsmöglichkeit habe verkürzen müssen.

Wir haben die Reihenfolge der beiden Etappen bewusst so gewählt, damit wir nach Ankunft in Altusried noch genügend Zeitpuffer haben, um an unseren Ausgangsort zurückzukehren und von dort noch die knapp zwei Stunden Heimfahrt antreten zu können. 

Dies erklärt vielleicht auch für den ein oder anderen aufmerksamen Leser, weshalb wir dieses Wegstück, nicht eigentlich zielführend Richtung Süden, sondern andersherum gelaufen sind.  Hätten wir die ursprüngliche Richtung beibehalten, hätte uns das am zweiten Tag keine Möglichkeit gelassen vor dem ganz späten Abend nach Hause zurückzukehren.  Das wiederum hätte mich schon unterwegs unter Zeitdruck gesetzt schneller laufen zu müssen.

Und das war ja nicht der Sinn der Sache.  

Beim Abschied lasse ich bei Seelos‘ drei Pilgersteine zurück und erkläre Marianne, dass auch die Pilgersteine auf Reisen sind. Die Aufgabe der Steine sei es ihre Träger unterwegs zu erinnern, unterstützen, begleiten. Die ihrer Träger mir zurückzumelden, wo die Steine wieder abgelegt werden.

Ich hoffe, dass die nächsten Pilger, die (wahrscheinlich erst im nächsten Frühjahr) dort übernachten werden, die drei Steine, zumindest ein Stück weit, mitnehmen werden.

 

Ich habe den Eindruck Marianne freut sich wirklich über meine Pilgersteinidee. Innerlich bedauere ich es ihr nicht mehr Steine dalassen zu können. 

Vielleicht werde ich in ein paar Monaten einfach mal nachfragen, was aus den Steinen geworden ist.

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Kirche und Brunnen bei Tageslicht

Um kurz nach 9 Uhr stehen wir wieder an selber Stelle wie am Vorabend.  Jetzt schaue ich mir die denkmalgeschützte St. Pankratius mit dem spätgotischen Satteldachturm von innen an. 1770/71 wurde die Kirche im Rokkokostil erweitert, kann ich nachlesen.  Auch in dieser Kirche finde ich  einen Pilgerstempel, da ich jedoch schon einen Wiggensbacher Stempel habe, kommt kein weiterer Abdruck in meinen Pass.   

Der außergewöhnliche Brunnen auf dem Marktplatz  lässt bei Tageslicht nochmal viel mehr Details erkennen. Der Bildhauer Josef Michael  Neustifter hat ihn im Jahre 2000 nach dem Vorbild einer Zeichnung mit dem Titel "Die Neuigkeit" des Wiggensbacher Künstlers Franz Xaver Knoll in Bronzeguss entworfen. Zu der Originalzeichnung  gibt eine interessante Geschichte, die ich jedoch nicht in der Lage bin  in Kurzform verständlich wiederzugeben. Der Titel lautet jedenfalls "Der Gockel hat ein Ei gelegt".

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Nach der kleinen Ortskernbesichtigung verlassen wir Wiggensbach in nördlicher Richtung und folgen der Straße entlang des Flüsschens Rohrach bis ein kleiner Teerweg rechts abgeht . Der Wind ist verdammt kalt und ich habe meine Russlandmütze übergestülpt.

Gleich  an der Abzweigung steht dort ein Bushaltestellenschild, an das ein verlassener Kinderroller angelehnt ist. Nicht abgeschlossen. 100 Meter hinter dem Schild erhebt sich ein großes Bauernhaus vor einsamer Wald- und Wiesenkulisse.

Was? Der oder die RollerbesitzerIn wird doch wohl nicht die 100 Meter vom Haus aus bis zum Schulbushalt mit dem Roller fahren, schießt es mir durch den Kopf. Die paar Meter kann doch wohl jeder genauso schnell laufen. Ich suche nach einer Erklärung und ich stelle mir die Szene eines hektischen, morgendlichen Aufbruchs bildlich vor.  Der Langschläfer tritt panisch an , um 15 Sekunden später den Roller gegen das Schild zu donnern und in letzter Sekunde in den Bus zu springen. 

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Wir lassen den Hof hinter uns und wandern besagten Weg entlang. Es geht ein paar Meter bergauf und um eine Kurve.

Wir sind ungefähr 15 Minuten unterwegs, als ein weiterer einsam gelegener Hof am Wegesrand erscheint. Okay. Jetzt macht das mehr Sinn. Ich schließe messerscharf, dass der Rollerfahrer jeden Morgen wohl von hieraus startet, um zum Bus zu kommen.

Ei, was kommt denn da?

Wir trödeln ein wenig herum, bleiben öfters stehen, machen einige Fotos, genießen das Panorama, das uns gestern verwehrt geblieben war. Die Alpen heben sich heute gut vom Horizont ab.

Und bemerken dann, dass es sich  sich erstaunlich schnell zu zieht, bzw. die Sonne sich schon wieder verzogen hat. Ich atme tief durch.

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Die Farbe der Wolken im Anmarsch verheißt nichts Gutes.

Regenwolkengrau trifft es wohl am Besten.  Ich seufze innerlich, bin aber nicht im Mindesten so entsetzt wie gestern, denn ich weiß, dass wir ja nur noch schlappe sechs Kilometer vor uns haben und wir in der Zeit nicht halb so triefnass werden würden wie gestern. Theoretisch zumindest. Ein schwacher Trost.

Am besten man pfeift ein kleines Liedchen vor sich hin:

"Always look on the bright si-hide of life...

...düdum-düdum-düdumdüdumdüdum...."

Rotjäckchen und die vielen Kühlein

Der geteerte  Weg mündet in einen  Wald- und Wiesenweg. Es geht weiter entlang mehrerer bewirtschafteter Kuhweiden. Die Kühe glotzen uns aus kürzester Distanz zum Zaun neugierig an.  Ich glotze zurück, bereit beim kleinsten Anzeichen einer kuhlichen Missbilligung  einen kurzen Sprint einzulegen. Aber ich löse heute keine negativen Gefühle bei ihnen aus. Sie nehmen uns einfach nur widerkäuend zur Kenntnis. Eine Gefahr scheine ich Rotjäckchen  (mein Mann ist eh schlau, da unauffällig in blau) nicht darzustellen.

Wieso ist die neue Regenjacke eigentlich wieder rot?

So könnte auch die 500 Euro Frage bei Günther Jauch lauten. Ich nehme den Publikumsjoker. Na, wisst ihr es?

Weil die Pilgerin wankelmütig erscheint? Vergesslich ist? Gerne Schnäppchen jagt? Die Farbe rot mag?

Alles korrekt!  In einer früheren Etappe hatte ich geschworen, dass ich kein leuchtendrotes Kleidungsstück mehr kaufen wollte, wobei es da auch noch um einen Ersatzregenponcho ging und mir noch nicht klar war, dass ich mich ganz vom Modell Poncho verabschieden würde.

Wie soll ich das am Besten erklären?, Diese Hardshell-Regenjacken mit gutem Wetterschutz sind ja an und für sich nicht günstig. Und zufälligerweise -wie hätte es anders sein können – hatte es noch das letzte rote Schnäppchen  in meiner Größe gegeben.   40 Euro günstiger war die Signalrote im Vergleich zu derselben schwarzen oder blauen Jacke zum regulären Preis.  Zuhause vor dem Laptop war die Erinnerung an mein kleines Stierabenteuer schon wieder verblasst gewesen. Stattdessen hatte ich gedacht, ich werde mit der neuen Jacke nochmal einen Belastungstest machen um festzustellen, ob nicht tatsächlich das Flattern des Ponchos allein ausschlaggebend war für das tierische Fehlverhalten und nicht die Farbe.

Fazit des heutigen Studienabschnittes: ein sich stetig  bewegender  Mensch in roter Regenjacke scheint zumindest diese weiblichen Tiere nicht zu erschrecken. Ob das aber allgemeingültig übertragbar ist oder auch genderabhängig ist, wird noch in weiteren Studienabschnitten über Rindviehverhalten in Rotfällen zu überprüfen sein.

Ist alles nass - ist auch draußen alles nass.

Wie dem auch sei. Es geht am Waldrand vorbei, leicht bergab durch dichtes Laub .  Nach ein paar Minuten höre ich ein zartes Plopp.

Ups, was war das?

Ich hatte den ersten Regentropfen abbekommen. Wir legen einen Zahn zu, können dem Niederschlag aber nicht entrinnen. Es fängt stärker an zu prasseln. Kurzstopp. Es heißt wieder alle Schotten dicht machen, alle Mann, Rucksäcke und Handys unter Deck. Weiter geht s im Regen.

Irgendwann beginnt ein Waldlehrpfad, der uns natürlich mitnimmt in den ersten Teil seines Wortes. Dort sind wir einigermaßen geschützt. Ich hätte Lust auf eine kleine Pause, würd mich gerne mal kurz hinsetzen. Tatsächlich kommen wir in den nächsten Minuten auch an zwei, drei Bänken vorbei, die aber leider ziemlich nass sind und zu kalt für zarte Popöchen. Da wäre jetzt doch  der Poncho praktischer gewesen, auf den kann man sich nämlich setzen. 

Dasselbe Problem wie am Vortag - wieder keine entspannte Pause unterwegs möglich. Im Gegensatz zu gestern finden wir heute unterwegs leider keine geschützte Haltestelle. Klar, hier war die Bimmelbahn ja auch nicht langefahren.

Resigniert  wandern wir weiter und es dauert gar nicht mehr allzu lang, bis wir an die südlichen Ausläufer von Altusried kommen.

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Der letzte Kilometer macht mir wieder überhaupt keinen Spaß mehr. Ich habe Hunger, ich bin wieder zu nass um mich trocken zu fühlen und es ist noch kälter als gestern. Aber zum guten Schluss finden tatsächlich eine kleine teilgeschützte Bank in Altusried und futtern dort unsere Reste auf. Brötchen, Banane, Apfel und Müsliriegel. Auch diesmal halten wir uns nicht länger als notwendig auf. Es ist einfach zu schattig.

Was verbindet Taxi- und TukTuk-Fahrer?

Kurz darauf stehe ich am Marktplatz von Altusried. Vor nicht allzu langer Zeit war ich schonmal hier gewesen. Ich erkenne den Gasthof zum Bären wieder. In der Kirche hinterlasse ich noch einen Pilgerstein. Den vorletzten. Den letzten werde ich heute Nachtmittag in Weitnau ablegen.

Als ich die Kirche verlasse zeigt die Turmuhr 5 nach 12. Meistens ist das kein gutes Zeichen. Wir laufen um die Ecke zur TouristInfo an der Hauptstraße. Wer sagt s denn! Leider fünf Minuten zu spät für die TouristInfo. Die hat jetzt zu. Mist.  Plan A wäre gewesen uns dort zu erkundigen, wie wir am schnellsten und günstigsten zurück nach Weitnau kommen.

Leider sind die beiden Gemeinden nicht direkt per Bus angebunden.  Man muss einen Umweg über Kempten in Kauf nehmen. Fahrtzeit bis Weitnau etwa 3 Stunden mit Umstieg. Soviel hatte ich schon vorher herausgefunden.

Plan B ist, uns für die schnellere Taxi-Option zu entscheiden. Ich hatte mich auch diesbezüglich  vor einer Woche telefonisch erkundigt , was so eine Taxifahrt ungefähr kosten würde, und erhielt als Auskunft  eines Taxiunternehmens: ca. 40 Euro.

Wir rufen jetzt denselben örtlichen Taxidienst an, der uns kurzerhand einen Kollegen aus dem nicht ganz so nahen Kempten schickt.  Bevor wir einsteigen frage ich, tuk-tuk-thailandgeschädigt wie ich bin,  lieber nochmal nach dem Preis und es stellt sich heraus, dass die Fahrt nun schlappe 75 Euro kosten soll. Hm. Irgendwie überrascht mich das jetzt nicht wirklich.  Ich finde, der Herr Taxifahrer jammert uns ziemlich die Ohren voll und letzten Endes einigen wir uns auf 60,- Euro, wobei er meint, dass sei ein Supersparpreis und wir eher glauben, dass er uns total über s Ohr haut. War wahrscheinlich in seinem ersten Leben ein Tuk-Tuk Fahrer. 

Aber gut, entweder stundenlang mit dem Bus zurück gondeln oder halt mit dem teuren Taxi fahren. Ich gucke schnell noch nach rechts und links. Aber ich kann erneut nicht erkennen, dass in den nächsten Sekunden eine schwarze Stretchlimousine aus dem Nichts auftaucht, um uns VIPs zurück zu chauffieren. Wir steigen in das Taxi.

Die 35 Kilometer zurück dauern laut Navi 40 Minuten. Kaum sitzen wir im Wagen, da hört es auch schon auf zu regnen und die Wolkendecke reißt auf. Nach ein paar  Minuten Fahrt ist der Himmel vor uns blau. Eigentlich ist es schwer zu glauben. Richtung Weitnau  entwickelt sich aus dem verkorksten Wetter für uns ein herrlicher, sonniger Herbsttag.

Als der Fahrer uns in Weitnau bei unserem Auto absetzt ist es zwar immer noch sehr kühl, aber bestes Wanderwetter.

Haha. Der passende moji an dieser Stelle, wäre der, der die Augen nach oben verdreht.

Ein versöhnlicher Ausklang

Wenigstens sehen wir nun, wie es auch gestern rundherum ausgesehen haben müsste. Hübsch ist es hier. Die Luft frisch und klar, die Sonne leicht wärmend. Das historische Amtshaus sticht ins Auge. Es war früher Gerichtsstand der Herrschaft der Hohenegger, die von Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1805 Bestandteil des habsburgischen Österreichs waren. 

Wir gehen nochmal zur neugotischen Kirche St. Pelagius, deren Besuch ich ja von gestern auf heute verschoben hatte. Auch hier finde ich einen Pilgerstempel und hinterlasse den letzten mitgebrachten Pilgerstein.

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Von hier sind es noch ca. 80 Kilometer bis nach Lindau, bzw. Nonnenhorn am Bodensee. 4 Tagesetappen bis zum Endpunkt des Bayerisch Schwäbischen Caminos. Ich freue mich jetzt schon darauf weiterzulaufen. Hoffentlich bei trockenerer Wetterlage. Aber ich kann die Grenzen meines Materials jetzt viel besser einschätzen. Alles hat auch immer seine guten Seiten.  

Irgendwann im Frühling, wird es für mich weitergehen. Dann auch wieder mit Hut statt Mütze. So Corona will.

Bis dahin habe ich noch genug Zeit an meine Homepage zu optimieren, ein paar mehr Steine zu bemalen, an meinem Pilgersteinprojekt zu feilen und ein paar Neologismen für meine Texte zu erfinden.

Infos zu Etappe 14